Europäische Gas-Pipelines

Beschreibung ausgewählter Pipeline-Projekte

Nord Stream

Mit der Nord Stream Pipeline kommt russisches Gas von der Jamal-Halbinsel und vom Gasfeld Schtokman in der Barentssee durch die Ostsee nach Europa. Die Leitung verläuft nicht durch Transitländer und ist damit eine direkte Verbindung zwischen Russland und Westeuropa. Die Anrainerstaaten hatten zunächst Bedenken gegen den Bau und ließen Sicherheits- und Umweltfragen prüfen. Der Verlauf der Ostsee-Pipeline. Seit 2011 strömt das erste Gas nach Mecklenburg-Vorpommern. Die erste Leitungsstrang mit einer Länge von etwa 1220 Kilometern ging Ende 2011 in Betrieb. Für den zweiten Pipelinestrang wurden bereits alle Rohre verlegt. Er soll ab Ende 2012 Gas nach Europa transportieren.

Hinter dem Ostsee-Pipeline-Projekt steht ein Konsortium. 51 Prozent der Anteile hält der russische Gasmonopolist Gazprom, jeweils 15,5 Prozent werden von E.ON-Ruhrgas und der BASF-Tochter Wintershall gehalten. Mit neun Prozent beteiligt sind die niederländische Gasunie und das französische Unternehmen GDF SUEZ.

Jede der zwei Leitungen soll jährlich 27,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas befördern. Die Pipeline hat damit eine Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Damit könnten nach Angaben des Betreibers 26 Millionen Haushalte in der EU versorgt werden. Abnehmer sollen neben Deutschland, Dänemark, die Niederlande, Belgien, Großbritannien und Frankreich sein. Die Baukosten werden auf 7,4 Milliarden Euro geschätzt.

Einwände gegen die Ostsee-Pipeline kamen von den baltischen Ländern und Polen. Sie verdächtigen Russland eine Möglichkeit schaffen zu wollen, mit der sie unliebsamen Nachbarn das Gas abdrehen, andere Abnehmer in Westeuropa aber weiter beliefern könnten. Russland hatte zuletzt 2009 nach Auseinandersetzungen mit der Ukraine die Lieferungen gestoppt. Bulgarien, Ungarn, die Slowakei und Polen mussten damals wegen Versorgungsengpässen den Notstand ausrufen.

OPAL-Pipeline

Die OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung) ist eine Pipeline (DN 1400) zum Transport von Erdgas von Lubmin im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns nach Olbernhau im Süden Sachsens. Sie verbindet die Ostseepipeline mit Tschechien.  In Olbernhau (bzw. Sayda) besteht Anschluss an die Transgas-Leitung “Nordlicht”, die aus der Ukraine via Tschechien kommt sowie an die STEGAL nach Sachsen und Thüringen, die wiederum Verbindungen zur MIDAL und JAGAL hat.
Die OPAL ist eine von drei Pipelines, die in Deutschland die Ostseepipeline Nord Stream an das bestehende europäische Erdgas-Fernleitungsnetz anbinden. Die anderen beiden sind die Richtung Hamburg führende NEL sowie die im Norden von Berlin endende noch in Planung befindliche NORDALOPAL

NET4GAS Grafik: GAZELLE als Teil der europäischen Pipelines

NET4GAS Grafik: GAZELLE als Teil der europäischen Pipelines

MEGAL-Pipeline

Die Mittel-Europäische-Gasleitung (MEGAL) ist Teil des europäischen Ferngasverbundsystems in Süddeutschland. Dieses Erdgasleitungsnetz besteht aus zwei Leitungen: der MEGAL Nord und der MEGAL Süd, die über eine Verbindungsleitung in Rothenstadt zusammentreffen. Die MEGAL wurde 1980 gebaut. Eigentümerin und Betreiberin ist die MEGAL Mittel-Europäische-Gasleitungsgesellschaft mbH & Co. KG, Essen. Diese gehört wiederum der Open Grid Europe (vormals E.ON Gastransport) und der GRTgaz Deutschland (vormals Gaz de France Deutschland Transport).

Importpunkte sind in Waidhaus vom angrenzenden Netzbetreiber RWE Transgas Net und Oberkappel vom Netz der OMV über die West-Austria-Gasleitung. Exportpunkte liegen bei Medelsheim zu GRTgaz und Oberkappel. Kopplungspunkte mit überregionalen Netzen bestehen zur SETG in Gernsheim zur TENP und Remich-Leitung (Luxemburg) in Mittelbrunn und von Rimpar in Richtung Ruhrgebiet.

South Stream

South Stream ist eine geplante russisch-italienische Erdgas-Pipeline, die u. a. auf dem Grund des Schwarzen Meeres verlaufen und Europa mit russischem Gas aus der östlichen Schwarzmeer-Region versorgen soll. Von Bulgarien aus soll South Stream auf je einem Strang nach Italien und Österreich weitergeführt werden. Die Durchleitungskapazität soll im Endausbau 47 Milliarden Kubikmeter im Jahr betragen. Partner des Joint Ventures sind Gazprom und der italienische Energieversorger Eni. Die Kosten werden auf 19 bis 24 Milliarden Euro geschätzt.

South Stream soll die Lieferrouten des russischen Erdgases nach Europa diversifizieren und die Abhängigkeit des Produzenten und der Abnehmerländer von den derzeit dominierenden Transitstaaten Ukraine und Weißrussland reduzieren (siehe Russisch-ukrainischer Gasstreit). South Stream gilt als ein Konkurrenzprojekt für die geplante Nabucco-Pipeline, die – vom kaspischen Raum her kommend – russisches Territorium umgehen soll.  Hinter South Stream stehen Gazprom (mit einem Anteil von 50 Prozent der größte Anteilseigner), der italienische Energie-Konzern ENI (20 Prozent) sowie EDF aus Frankreich und die deutsche BASF-Tochterfirma Wintershall (je 15 Prozent). Den Planungen zufolge wird die Kapazität im Endausbau 63 Milliarden Kubikmeter pro Jahr betragen. Ab Ende 2015/Anfang 2016 soll das Gas fließen. Die Kosten werden auf acht bis 25 Milliarden Euro geschätzt. Von Beregowaja verläuft bereits die Blue-Stream-Trasse in die Türkei.

Nabucco-Pipeline

Das Nabucco-Pipeline-Projekt sieht den Bau einer Erdgas-Pipeline vor, beginnend in der Türkei bis in das österreichische Baumgarten an der March, wo das zentrale Verteilerzentrum der OMV für Erdgas liegt. Sie soll die EU mit den kaspischen Erdgasvorkommen verbinden (möglicherweise auch mit iranischen, ägyptischen und irakischen) und so neue Gasquellen für Europa erschließen. Im EU-Programm Transeuropäische Netze gilt die Pipeline als eines der fünf wichtigsten Vorhaben beim Ausbau des europäischen Energieleitungsnetzes. Ursprünglich sollte die Pipeline im Osten der Türkei beginnen, ihr Umfang wurde jedoch mehrfach reduziert und sieht nun die türkisch-bulgarische Grenze als Startpunkt vor. Die Leitung (Nabucco West) soll unter Umgehung von Russland von der bulgarisch-türkischen Grenze Gas nach Österreich liefern. Sie führt durch Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Das Gas soll aus Aserbaidschan, Kasachstan oder Turkmenistan stammen. Aber auch Zulieferungen aus dem Nahen Osten sind angedacht. Die Trasse soll 31 Milliarden Kubikmeter pro Jahr liefern. Russland steht dem Projekt kritisch gegenüber und verhandelt selbst mit den Ländern, um das Gas über die South-Stream-Trasse liefern zu lassen.

Die Pipeline soll zirka 15 Milliarden Euro kosten, die zu einem Drittel durch das Betreiberkonsortium selbst, zu zwei Dritteln durch Kredite aufgebracht werden sollen.
Der Baubeginn wurde schon mehrfach verschoben und ist derzeit für 2013 vorgesehen. Die erste Ausbaustufe soll bis 2017 fertiggestellt sein.

Weitere Information: Europäische Erdgaspipelines (wikipedia.org)

About NET4GAS:

NET4GAS is a reliable, strong and secure long-distance gas pipeline network operator who guarantees domestic and foreign partners availability of the transport capacity they need. All gas distributors are guaranteed non-discriminatory access to the gas transport system. NET4GAS s.r.o transports natural gas in the Czech Republic using a pipeline network that is 3,642 kilometres in length.

Pressekontakt:

Milan Řepka
Unternehmenssprecher
T: +420 220 225 427
M: +420 739 537 461
E: milan.repka@net4gas.cz

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